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Der Große Refraktor:
Das beeindruckendste Teleskop und Gebäude der Hamburger Sternwarte ist sicherlich der Große Refraktor (Refraktor = Linsenteleskop). Trotz der riesigen Abmessungen von 9 Metern Länge und 60cm Linsen-Durchmesser sowie dem beachtlichen Gewicht von ca 20 Tonnen lässt es sich ohne großen Kraftaufwand mit einer Hand bewegen. Bei der Inbetriebnahme 1914 war es eines der größten und modernsten Teleskope weltweit. Er ist noch voll funktionsfähig und zählt noch immer zu den größten Refraktoren Deutschlands.

Was für ein unglaubliches Erlebnis muss es damals für die Wissenschaftler gewesen sein, als sie nach vielen Jahren der Planung und nach mehreren Jahren Bauzeit die ersten Blicke hindurch warfen ?

Wenn die großen Elektromotoren die Kuppel drehen oder öffnen, bebt und vibriert das Gebäude. Der komplette Fußboden mit einem Durchmesser von 13 Metern ist eine beweglichen Platte, eine Hebebühne, die sich stufenlos um 4,5 Meter anheben lässt, um bei jeder Position des Teleskops bequem beobachten zu können. Eine gigantische Konstruktion, die nur sehr selten zur Anwendung kam und die inzwischen wahrscheinlich die letzte noch funktionierende ihrer Art ist.
 
Großer Refraktor

Lippert - Astrograph
Großer Refraktor

Lippert - Astrograph
  Der Lippert-Astrograph:
Das Lippert-Teleskop wurde seit seiner Inbetriebnahme mehrfach umgebaut. Ursprünglich bestand das Instrument aus einer Kombination von drei Astrographen (lichtstarke Refraktoren mit kurzer Brennweite für Astro-Photographie), die exakt parallel montiert waren und somit den gleichen Ausschnitt des Himmels auf die Fotoplatte belichten konnten. Durch den Vergleich der entwickelten Platten konnte man dann feststellen, ob es sich bei einem Punkt nur um einen Fehler der Fotoplatte handelte oder tatsächlich um einen Punkt im All.
Heute ist auf der ursprünglichen Montierung ein Spiegelteleskop angebracht, die Bezeichnung "Astrograph" ist somit nicht mehr korrekt. Trotzdem wird immer noch vom Lippert-Astrographen gesprochen, wahrscheinlich auch, weil das Gebäude entsprechend beschriftet ist.
Das Parallelgehäuse enthält heute nur noch ein Gegengewicht.

Das Äquatoreal:
Das Äquatoreal oder auch Äquatorial (der Name kommt von der Montierung parallel zur Erdachse) befand sich bereits in der ersten Hamburger Sternwarte in der Nähe des Millerntors und ist inzwischen ca. 150 Jahre alt. Beim Umzug der Sternwarte nach Bergedorf wurden das Teleskop, der hölzerne Beobachtungsstuhl sowie die Kuppel mitgenommen. Die Kuppel saß früher auf dem Dach des alten Gebäudes.

Der "kleine" Refraktor - das Teleskop wirkt wie der kleine Bruder des ganz oben beschriebenen Instruments - besitzt eine Öffnung von 26cm und eine Brennweite von 3 Metern.

Der Beobachtungsstuhl lässt sich mit Seilzügen seitlich (im Kreis) sowie auf- und abwärts bewegen, um beim Beobachten der Nachführung des Teleskops folgen zu können. Stuhl und Teleskop sind noch voll funktionsfähig.

Das Gebäude wurde erst vor einigen Jahren vom Förderverein der Sternwarte von Grund auf saniert und renoviert.
 
Äquatoreal

Meridiankreis

  Der Meridiankreis:
Der Meridiankreis wurde als eines der ersten Instrumente in der neuen Sternwarte in Bergedorf im Jahr 1907 gebaut. Zu dieser Zeit war es mit das wichtigste Instrument überhaupt. Es diente einerseits der exakten Positionsbestimmung bei der Katalogisierung von Sternen und andererseits zur Bestimmung der Uhrzeit.

Für beide Zwecke wurde der Meridiandurchgang der Sterne verzeichnet, d.h. wann sie den Meridiankreis überqueren, eine gedachte Linie am Himmel zwischen Nord- und Südpol der Erde. Entsprechend konnte das Instrument nur in Nord-Süd-Richtung bewegt werden, deshalb ist auch das Gebäudedach keine Kuppel wie bei den anderen Instrumenten. Das Dach wurde nur seitlich aufgeschoben. Um die benötigte Präzision zu erzielen, wurde ein enormer Aufwand zur regelmäßigen Eichung des Instruments betrieben.

Die Hamburger Sternwarte war mit dem Meridiankreis der Firma Repsold sehr stark beteiligt an der Erstellung der bei Astronomen und in der Navigation weltberühmten Bergedorfer Sternenkataloge mit mehreren 100.000 Sternenpositionen. 1967 wurde das Instrument nach Australien gebracht, um von dort den Sternenhimmel der Südhalbkugel zu vermessen. Dort wurde der entsprechende Sternenkatalog um die exakten Positionen von ca 25.000 Sternen erweitert.

Heute befindet sich das Teleskop in einem Depot des Deutschen Museums in München. Das Gebäude wurde leider nach dem Abbau des Instruments zunächst nicht mehr mit gewartet, sodass es langsam zur Bauruine wurde. Demnächst soll es allerdings renoviert werden, dann könnte auch das Teleskop wieder montiert werden.


Geschichte der Hamburger Sternwarte


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